Zukunftsvision: Wie die Corona-Krise unseren Umgang mit Kleidung verändern kann

Zur momentanen globalen Situation von der VOGUE befragt, meint die berühmteste Trendforscherin der Welt, Li Edelkoort: „Wir werden unsere alten Gewohnheiten ablegen müssen wie bei einem Drogenentzug. Quasi ein Cold Turkey des Shopping. […] Wir werden wieder mit einem simplen Kleid zufrieden sein, alte Lieblinge neu entdecken […], um uns das Leben so schön wie möglich zu machen.“

Denn Ladenschließungen, Lieferengpässe und Konsumverdruss sind seit der Ausgangssperre weltweit an der Tagesordnung. Doch anstatt Mangel oder Beschränkung zu wittern und zu fürchten, können wir es als Chance sehen, für uns ganz individuelle neue Konzepte für unseren Umgang mit unserer Kleidung zu definieren.

Wie können Sie also jetzt schon die Chance ergreifen, um als Trendsetter ganz vorne dabei zu sein?

Diese drei Punkte halte ich für die Fundamente des trendbewussten Konsums:

Trend Nr. 1: Der strategische Einkauf

Seit der Maskenpflicht ist Shopping als Zeitvertreib für viele passé. Dieser Zeitgeist entspricht ganz meiner Philosophie und schon lange praktizierten Arbeitsweise beim Styling und Interior Coaching. Denn mit Konzept kaufen wir seltener, weniger und zu unserem Bestand dazu anstatt vorbei. Damit sich nicht mehr so viel Jahr für Jahr fast ungetragen auf Hofflohmärkten oder gar in Altkleider-Containern wiederfindet.

„The moment we are going through is turbulent, but it also offers us the unique opportunity to fix what is wrong, to regain a more human dimension. For retail this will be an important stress test“, meint auch Giorgio Armani in seinem offenen Brief an WOMEN´s WEAR DAILY. 

Trend Nr. 2 ist darum: Die Wertschätzung von Qualität und Besitz

  • Schaffen Sie besondere, hochwertige Teile an, die sie morgens, mittags, abends einsetzen können
  • Erwerben Sie kostbare Stücke günstig Second Hand anstatt neue Billigware anzuhäufen
  • Pflegen Sie Ihre Garderobe, damit Sie lange Freude daran haben

Trend Nr. 3:  Kreative Gestaltung statt haufenweise Kompromisskäufe

„Uns steht ein Jahrhundert des Handwerks und der DIY-Attitüde bevor“, lautet Li Edelkoort’s Prognose.

Bei meinen Styling Coachings gebe ich meinen KundInnen darum viele Tipps für die Individualisierung ihrer Klassiker und Basics, um ihrem Style mehr Persönlichkeit und Wiedererkennungswert zu verleihen. Das kann nur ein kleines Upcycling durch kostbarere Knöpfe oder ein Umschneidern – zum Beispiel vom verstaubten Anlasskleid zum Alltagsrock – sein. Aber auch der lohnende Gang zur Maßschneiderei, um aus einem Mantel eine modische Jacke zu machen, oder der lange aufgeschobene Nähkurs mit klarem Konzept für Ergänzungsteile für die vorhandene Garderobe. Doch nicht jeder hat Ideen, Zeit, Lust oder Talent wie die Influencerin Susanne aus Passau, seine Garderobe einem Upcycling zu unterziehen. Darum empfehle ich Ihnen gerne die entsprechenden Profis aus meinem Expertenpool.

The current emergency, on the other hand, shows that a careful and intelligent slowdown is the only way out, a road that will finally bring value back to our work and that will make final customers perceive its true importance and value.

Genau wie ich ist die Trendforscherin ein Anti-Fashion-Mensch. Ich interessiere mich in erster Linie für Menschen und bediene mich der Kleidung, nicht der Mode, um den Menschen einen authentischen Auftritt zu verleihen, der sie in ihrem Leben und ihren Zielen unterstützt. Manchmal hilft die Mode da, aber meistens stört sie, weil sie oft so gar nicht für die realen Körper von realen Menschen designt ist.

Mode ist für mich eine schöne und inspirierende Kunstform und ich kann dabei genauso in Verzückung geraten wie über ein schönes Gemälde oder einen berauschenden Film.

Doch hängen wir uns jede Woche ein neues Bild an die Wand, nur weil es uns gefällt?

Würden wir uns für unsere Bekleidung genauso bedacht entscheiden wie bei der Anschaffung eines Kunstwerkes für unser Heim oder Büro, wäre schon ein großer Schritt in die Zukunft getan. Wenn wir Kunstwerke in Museen oder Galerien besichtigen, kommen wir gar nicht auf die Idee, sie besitzen zu müssen. Doch bei Kleidung lassen wir uns durch Mode-Magazine, Werbung, Influencer, Menschen aus unserem Umfeld verführen, Dinge anzusammeln, die gar nichts mit uns und unserem Leben zu tun haben.

Mein persönlich auf Sie zugeschnittenes Styling-Konzept hilft Ihnen, so viel Klarheit in Ihre Garderobe zu bringen, dass jedes Stück in Ihrem Schrank Ihr persönliches Unikat ist, an dem Sie sich lange erfreuen können. Egal, ob es ein Schnäppchen oder eine Luxus-Anschaffung war.  

Durch die Entfernung des Falschen den Blick auf das Gute und Richtige für Sie freizugeben, dieses dann vielseitigst einsetzbar zu machen und in Zukunft Fehlkäufe und Schrankleichen zu vermeiden – das ist meine Idee von nachhaltigem Kleiden.

Kleine Veränderung – große Wirkung: So pimpen Sie Ihre Garderobe

Oft ist es nur Kleinigkeit, die aus einem langweiligen Basic ein individuelles Statement-Piece macht. Hier meine zwölf Tipps zum Frühlinganfang, mit denen Sie Ihre Garderobe mit kleinen, aber feinen Tricks an aktuelle Trends anpassen können.

Upcycling - Kopie

Frühlingsgefühle im Kleiderschrank? Sie haben Lust auf neue Kleidung und einen frischen Style, aber sie wollen sich nicht von Ihren Lieblingsoutfits trennen? Mit ein wenig kreativem Upcycling können Sie Ihren Kleidern, Blusen oder Hosen zu neuer Strahlkraft zu verhelfen. Und damit auch nachhaltig Ihre Investition in hochwertige Kleidungsstücke schützen.

Hier meine zwölf besten Upcycling-Tipps für mehr Style und Individualität:

1. Gürtel: Kleidung nie mit dem billigen Stoff- oder Plastik-Gürtel tragen, der dabei ist. Viele unterschiedliche, interessante Ledergürtel werten ein und dasselbe Kleidungsstück erheblich auf und bieten immer neue Kombinationsmöglichkeiten.
2. Knöpfe: Billige Ware erkennt man am ehesten an den Knöpfen. Diese also bei einem Schnäppchen gegen wertvollere Knöpfe auszutauschen, ist die beste und günstigste Form, es zu pimpen und zu personalisieren.
3. Broschen: Glanzlose Woll-Blazer oder -Mäntel werden durch außergewöhnliche Straß-Broschen in Tier-, Blatt- oder Blütenform zum Hingucker. So können Sie sie auch gleich farblich an Ihre jeweilige Kleidung anpassen.
4. Länge verändern: Manch teures Kleidungsstück ist aus der Mode gekommen, bevor man es auftragen konnte. Wenn es noch passt, kann man es z.B. kürzen, um es zu modernisieren. Bei Röcken, Jacken und Mänteln klappt das sehr gut.
5. Motto-Shirts: Personalisieren Sie einfarbige T-Shirts mithilfe von persönlichen Glaubenssätzen aus aufgebügelten Buchstaben oder Foto-Prints aus dem Urlaub. Gibt´s im Internet oder im Copyshop.
6. Textilfarbe: Wie viele weiße T-Shirts und Blusen kann ein Mensch in seinem Leben auftragen? Oft fehlen bestimmte Farben im Schrank, darum färben Sie doch einfach einige dieser weißen Basics mit Textilfarbe aus dem Drogeriemarkt passend zu Ihrer restlichen Garderobe ein.
7. Fellkragen: Bunte Fake-Fur-Kragen verpassen jedem alten Pulli und jeder Jacke den Hollywood-Look.
8. Ellenbogen-Pads: Bunte lederne Pads sind schnell aufgenäht oder -gebügelt und geben jedem Strickteil (Pulli, Jacke, Cardigan, Blazer) eine sportliche, kostbare Note.
9. Borten: Damit können Sie aus einem Kleidungsstück ein Designer-Teil zaubern. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf, aber berücksichtigen Sie dabei die Farben Ihrer Kombinationsteile.
10. Reißverschluss-Schmuck: Kleine Anhänger verleihen z.B. Ihrer rauen Jeans-Kleidung eine Menge Glamour.
11. Blüten: Für ein paar Euro verschönern Sie mit Seiden-, Filz- und Glitzer-Blüten zum Anstecken Ihre Rollis, Jacken, Taschen, Gürtel, Mützen, Outdoor-Kleidung.
12. Schuh-Clips: Neue Schuhe sind teuer und oft unbequem. Wieso also nicht mal Ihre unscheinbaren Lieblingstreter mit interessanten Clips aufwerten?

Gerne sehe ich mir Ihre Garderobe an und gebe Ihnen persönliche DO-IT-YOURSELF-Tipps!

Ihr Styling Coach Jasmin Leheta