Frühjahrsputz: Was Sie tun können, wenn Sie sich nach Ordnung in Ihrem Zuhause sehnen

Jetzt herrscht wieder Frühjahrsputz in allen Haushalten: Da wird gewischt, ausgeräumt und aufgeräumt. „Halte Ordnung, liebe sie, Ordnung spart dir Zeit und Müh!“ so stand es früher im Poesiealbum geschrieben, doch immer mehr Menschen fällt das regelmäßige Aufräumen schwer. Warum uns Ordnung in der eigenen Wohnung oft nicht gelingen kann und wie man durch ungewöhnliche Einrichtungskonzepte Ordnung kostensparend herstellt und langfristig hält – davon handelt dieser Artikel:

Wenn außerhalb der eigenen vier Wände so manches außer Kontrolle gerät – z.B. durch das Coronavirus – entwickeln viele Menschen ein besonderes Bedürfnis nach Ordnung in ihrem unmittelbaren Umfeld. Ordnung schafft ein beruhigendes Gefühl von Kontrolle, Sicherheit und Schönheit. Geht Ihnen das auch so? Doch Ordnung herzustellen – und dann auch zu halten – ist gar nicht so leicht: Die Wohnungen sind oft klein, mit herausfordernden Grundrissen und viele Menschen sind mit Möbeln ausgestattet, die die vorhandene Wohnfläche gar nicht nutzbar machen. Wie das kommt?

Ordnung in der neuen Wohnung von Anfang an

Eine der Ursachen liegt meiner Erfahrung nach darin, dass wir heutzutage immer unter größtem Zeitdruck umziehen, um eine Monatsmiete und Urlaubstage zu sparen. Wir nehmen uns selten Zeit dafür, zu sortieren, welche Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände wirklich mit uns umziehen sollen.

„Ach, das kann ich doch auch noch beim Auspacken entscheiden!“ heißt es dann.

Dieser Satz ist der Anfang vom Messie-Dasein in den neuen Räumen. Denn schon vor dem Einzug haben wir Einladung zur Housewarming-Party verschickt – und nun richten wir im Zeitstress ein! Und – schwupps – sind ein paar Jahre vergangen, bis wir feststellen, dass sich ein unpraktisches Sammelsurium an unzusammenhängenden Einzelstücken entwickelt hat. Wir merken, dass wir – obwohl wir immer wieder mal etwas ausmisten – nie genug Stauraum haben. Irgendwie stört uns auch das Gefühl, dass wir es nie hinkriegen, die ersehnte Ruhe und Ordnung herzustellen. Und anstatt dass wir unser teuer bezahltes Zuhause in ein Refugium für Geist und Seele verwandeln, stresst es uns wie ein Mückenstich, den wir ständig aufkratzen.

Ein Konzept hilft beim Aufräumen und Ordnung halten

Kennen Sie das auch? In dem Moment, in dem Sie denken „Ich müsste mal…“ stellt sich kein Aktionismus ein, sondern die unbändige Lust, sofort mit einem Stück Kuchen auf dem Schoß eine ganze Serienstaffel eines beliebten Streaming-Anbieters zu schauen.

Doch es gibt einen Ausweg aus dem Ordnungsmangel: Ein kluges Einrichtungskonzept! Immer wieder werde ich von Menschen um Hilfe gebeten, wenn sie sich mehr Ordnung in ihrer Wohnung oder ihrem Haus wünschen. Darum lautet meine erste Frage zu Beginn unserer Zusammenarbeit: „Was macht Sie beim Thema Wohnen persönlich glücklich?“

  • Ist es Kunst in allen Ecken?
  • Lieben Sie günstig erstandene Einzelstücke mit Geschichte und finden für jede neue Trophäe irgendwo ein Fleckchen?
  • Lieben Sie es, die Zeichnungen und Kunstwerke Ihrer Kids auszustellen?
  • Sagen Sie: „Hauptsache gemütlich!“?
  • Ist Ihnen Feng Shui wichtiger als Ihre Einrichtung?
  • Hängen Sie so sehr an Ihren Erbstücken, dass Sie wie Ihre Großeltern wohnen?
  • Oder ist es das Umdekorieren an sich, das Sie immer wieder aufs Neue fordert und inspiriert?
  • Sind Sie als Haustierbesitzer*in für ihre vierbeinigen Lieblinge zu großen Design-Kompromissen bereit?
  • Lieben Sie das perfekte Arrangement wie in einem Showroom?
  • Brauchen Sie das kreative Chaos?
  • Oder benötigen Sie monochrome Klarheit, um sich entspannen zu können?
  • Sind Sie eher ein Minimalist, der mehr in seine Sportausrüstung investiert als in seine Einrichtung?

Ja, wir sind alle sehr verschieden, wenn es um unsere Wohnbedürfnisse geht. Und das ist auch gut so. Die gute Nachricht: Für all diese Wünsche, Träume und Vorlieben gibt es die passenden Ordnungs-Lösungen! Dabei gilt für alle Frühjahrsputz-Fanatiker:

Wenn Unordnung Ihrem Glücksgefühl in die Quere kommt, ist der Erfolg durch eine einmalige Entrümpelung nur von kurzer Dauer!

Als Einrichtungsexpertin bin ich automatisch eine Ordnungsexpertin. Darum liegt mein Augenmerk in Ihren Wohnräumen sowie Ihrem Kleiderschrank zuallererst auf den Aufbewahrungssystemen. Alles beginnt mit diesen einfachen Regeln:

Einrichten vom „Großen“ ins „Kleine“: Wenn Sie zuerst die großen Möbel wie Schränke, Betten, Tische und Sofa bestimmen, kennen Sie genau Platz und Budget, was Ihnen für die kleinen Dinge bleibt.

Entrümpeln vom „Kleinen“ ins „Große“: Wenn Sie sich nicht gleich die Eroberung des Gipfels vornehmen, sondern Etappensiege feiern, ist das Entrümpeln leichter zu bewältigen und durchzuhalten.

Eine Kundin bat mich im letzten Jahr um Hilfe, weil sie es genau andersherum angepackt hatte. Sie wollte Schrankideen von mir, weil sie das Gefühl hatte, immer in Unordnung zu leben.

Stauraum clever nutzen und Investitionen in Möbel langfristig planen

Bei meiner ersten Begehung sah ich mir nicht nur ihre Wohnung, sondern auch ihren Keller an: Geräumig, trocken, hell und mit dem Lift erreichbar. Der wichtigste Teil meines Interior-Konzeptes für sie lautete also: Alles, was sie nicht jeden Tag brauchte, in den Keller zu bringen, bevor sie über neue Schränke nachdachte. Dazu gestaltete ich ein Aufbewahrungs- und Beleuchtungskonzept für den Keller, durch das sie schnell alles finden konnte.

Diese Investition ersparte ihr nicht nur die wesentlich teurere Anschaffung von neuen Schränken, sie konnte sogar einige überflüssige sperrige Möbel loswerden, die ihr wertvollen Lebens- und Bewegungsraum stahlen. In den Wohnräumen konnten wir uns so auf die schönen, Freude, Wärme und Lebenslust spendenden Gegenstände konzentrieren. Im Anschluss schrieb sie mir, es sei nun alles so schön und auch viel einfacher für sie und ihre Kinder, Ordnung zu halten. Jackpot!

Wenn auch Sie nach dem Frühjahrsputz immer noch unzufrieden sind: Mit meinem sinnvollen und langfristig konzipierten Stauraum-Konzept haben auch Sie dauerhaft Freude an Ihrer individuellen Art des Wohnens, Ihrer Einrichtung und mehr Zeit für Ihre Lieben und wahren Leidenschaften. Und das nicht nur im Frühjahr! Packen wir´s an?

Ihre Jasmin Leheta

blütenrein

Frühjahrsputz: Tipps und Kniffe für die Erhaltung Ihrer Schätze im Kleiderschrank

Nicht nur das Haus und unser Körper brauchen Pflege, um lange zu halten und zu strahlen: Auch unsere Kleidung braucht regelmäßige Zuwendung! Hier finden Sie über 20 meiner erprobten Pflegetipps, damit Ihre Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires mit wenig Aufwand nachhaltig gut aussehen.

Copyright: Regina Tremmel

Copyright: Regina Tremmel

Wenn mein Styling Coaching eine Fachmesse wäre, dann gäbe es da diese Experten-Stände:

Ein Stand fürs Styling Coaching

In einem halben Jahr Winter vergessen wir so manche eingemotteten Teile. Ach, das habe ich ja auch noch? Also erst mal alles auspacken und sichten, bevor Sie etwas doppelt anschaffen.

Gezieltes (Online-)Shopping Coaching anstatt Hüttenkoller-Frustkäufe: Via Skype oder Zoom oder anhand von geteilten Fotos können wir zusammen neue mit alten Teilen vergleichen, Farbnuancen abchecken und Kombinationen austesten. So entscheiden wir gemeinsam, was Ihre vorhandene Frühjahrs- oder Sommer-Garderobe wirklich sinnvoll ergänzt.

Ein Stand für die Aufbewahrung

Wussten Sie, dass Motten Luxusliebhaber sind und nur Wolle, Seide oder Fell fressen? So verhindern Sie unangenehme Überraschungen beim nächsten Winteranfang:

  • Omas Tricks funktionieren! Versehen Sie all Ihre Kostbarkeiten im Schrank mit Lavendelsäckchen oder -seifen.
  • Wolle nie getragen in den Winterschlaf schicken, sondern unbedingt vor dem Einmotten waschen!

Ein Stand mit Kleiderbügeln

Meiner Erfahrung nach sind samtig beflockte schmale Kleiderbügel das Sinnvollste für Frauen-Kleiderschränke:

  • Das sieht wunderbar aus: Einheitliche Kleiderbügel geben Ihnen ein optisches Ordnungsgefühl im Gegensatz zu dem Sammelsurium an dicken Holzbügeln, Metall-Reinigungsbügeln, rutschigen Plastikbügeln und bunt bezogenen Oma-Erbstücken aus dem letzten Jahrhundert.
  • Endlich mehr Platz: Sie sparen zwei Drittel Platz im Schrank, so dass nichts mehr übereinander hängen muss.
  • Aufbewahren wie die Designer-Profis: Delikate feminine Materialien wie Seide, Satin, Chiffon, Strick etc. rutschen nie mehr runter und bekommen keine Beulen an den Schultern.

Copyright: Rainer Sturm_pixelio.de

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Ein Stand für die Kleidungs-Pflege

  • Bei allen Flecken außer Deo und Blut empfiehlt sich eine Gallseifen-Behandlung VOR dem Waschgang, sonst waschen Sie die Flecken für immer rein anstatt raus. Mein persönlicher Mutti-Tipp: Blutflecken immer vor dem Waschen mit kaltem Wasser ausreiben.
  • Farb- und Schmutzfang-Tücher in der Waschmaschine helfen extrem gut dabei, das Abfärben von Buntwäsche zu vermeiden.
  • Betten, Kissen und Thermo-Kleidung sollten VOR dem Einlagern in die Waschmaschine, wo sie viel kostensparender und gesünder sauberer und frischer werden als in der Reinigung. Aber bitte nie ohne zwei Tennisbälle (auch im Trockner) denn die verhindern das Verklumpen von Daunen und Vlies. Und Ungeziefer nistet sich ungern in sauberer Wäsche ein.

Ein Stand für Wäschesäckchen

Schaffen Sie die in allen Größen und Formen an, denn sie retten Ihre Garderobe!

  • Wundern Sie sich auch manchmal über Löcher – selbst in neuen T-Shirts? Die kommen oft durch die gemeinsame Wäsche mit Jeansnieten, Perlmuttknöpfen, Reißverschlüssen etc. zustande. Die Reibung durch die Bewegung in der Waschmaschine kann jedes dünne delikate Material beschädigen.
  • Auch alles, was sich beim Schleudern umeinander wickeln könnte wie Gürtel, Bänder, Schluppen, Strumpfhosen, sollte separat in Säckchen.
  • Wussten Sie, dass sich BH-Bügel beim Waschgang rauslösen und Ihre Waschtrommel schrotten können? Also rein in den BH-Beutel damit!
  • Im Sack verpackt gebieten Sie auch dem Sockenschwund Einhalt.

Ein Stand für das Reinigungstuch

Einzeln verpackte Reinigungstücher werden an vielen Orten kostenfrei angeboten, z.B. in der LH-Lounge. Eines davon habe ich immer in meiner Handtasche. Sie sind wirkungsvoll, ziemlich groß und ergiebig und können mehrmals verwendet werden, wenn Sie die Packung wieder gut verschließen. Warum ich die Tücher so liebe? Sie sind meine Allzweckwaffe in der spontanen Fleckenentfernung!

Ein Stand für die Antistatik-Waffe

Erleben Sie das auch, dass Kleidung funkt und unangenehm an Ihnen klebt? Gummisohlen auf Teppichen und Linoleum, Plastikhüllen von der Reinigung oder dem Online-Shop-Paket, Mantel-Synthetik-Futter auf und Strumpfhosen unter Kleidern laden sich elektrisch auf und stecken dann Ihren gesamten Kleiderschrank an. Im Selbstversuch habe ich viele Tipps ausprobiert, MEINE Nummer eins der Soforthilfe ist der Antistatik-Spray von LANITA. (Namensnennung ohne Auftrag und Entgelt)

Ein Stand für Imprägnierspray

Alles, was draußen getragen wird, sollte imprägniert werden:

  • Lederjacken
  • Wollmäntel und Cardigans
  • Trenchcoats
  • Thermo-Sachen

Copyricht: w.r.wagner_pixelio.de

Copyricht: w.r.wagner_pixelio.de

Ein Stand für Schuhpflege

Leder ist eine Haut und kann genauso austrocknen und rissig werden wie unsere eigene. Meine Erfahrung: Viele meiner Kunden scheuen vor dem Investment in Schuhe zurück, weil sie grundsätzlich teurer als Kleidung sind und ihr Kauf von vielen Frustrationen begleitet ist.

Ich halte das für die falsche Entscheidung, denn fünfzig einfarbige Oberteile verschaffen Ihnen nie neue Trend-Looks, doch interessante Schuhe in sehr unterschiedlichen Stilen, Farben und Oberflächen sehr wohl.

Wer nicht gerne in Schuhe investiert, sollte sie wenigstens pflegen, damit das Invetment zu bewahren. Das geht so:

  • Schuhspanner immer gleich nach dem Ausziehen in den Schuh stecken und mindestens eine halbe Stunde drin lassen, so dass der Schuh sich zurückziehen kann. Das schenkt Ihrer Fußbekleidung viele Jahre Lebensdauer, denn Gehfalten entwickeln sich bereits nach dem ersten Tragen und lassen auch den teuersten Schuh im Nu ganz schön alt aussehen.
  • Schuhcreme ist die Pflegecreme für unsere Fußbekleidung. Wieso machen Sie daraus nicht ein schönes Ritual? Bitte legen Sie einmal pro Quartal eine Putzrunde ein, z.B. während Sie Ihre Lieblingsserie gucken. Dabei merken Sie gar nicht, wie die Zeit vergeht.
  • Alle Schuhe (auch Sneakers!) regelmäßig imprägnieren. Dirtblocker tun nicht nur das, sondern verhindern zusätzlich, dass Schmutz anhaftet.
  • Wenn Sie unlustig oder untalentiert sind, bringen Sie Ihre Schuhe einfach nach sechs Monaten zum Schuster zum Absatzbesohlen, Aufmöbeln und Auffrischen, BEVOR die Substanz angegriffen ist. Das kostet wesentlich weniger als ein neues Paar.

Ein Stand für Handtaschen

Auch die sollten Sie in Profihände geben. Leder-, Schuh- oder Taschen-Geschäfte wissen da guten Rat.

Ich hoffe, ich habe Sie nun angespornt, die Zeit zuhause zu einer produktiven zu machen, und freue mich, wenn ich Sie dabei – auch virtuell – unterstützen darf. Rufen Sie einfach an!

Ihre Jasmin Leheta

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5 Tipps für eine frische Frühjahrs-Garderobe

Aufräumen, aber wie?